Geroldswil Gemeindenachrichten 4/25
Gemeinde
Anstrengungen erscheint für den Gemein derat unter Berücksichtigung des Finanz plans fahrlässig. Nicht akzeptabel ist das Absinken des Net tovermögens der Gemeinde auf unter null. (Erklärung: Das Nettovermögen der Gemein de entspricht dem Total des Finanzvermö gens minus die gesamte Verschuldung.) Das Szenario eines negativen Nettovermögens ist aber ohne die geplante Steuererhöhung durchaus realistisch und lässt sich wie folgt darstellen. «Cash ist King» Für den Schuldenabbau sind über die nächs ten Jahre flüssige Mittel («Cash») notwen dig. Obwohl im Budget 2026 für den Gesamt haushalt ein Ertragsüberschuss von lediglich ca. CHF 205 000.– ausgewiesen wird, kann mit der geplanten Steuererhöhung für den Allgemeinen Haushalt (ohne die gebührenfinanzierten Bereiche Wasser, Abwasser und Abfall und nach Investitionen) ein Finanzierungsüberschuss von ca. CHF 1,07 Mio. ausgewiesen werden. (Erklärung: Die Differenz zwischen dem budgetierten Ertragsüberschuss und dem Finanzierungs überschuss ist im Wesentlichen durch die Abschreibungen und die Einlagen in die Renovationsfonds «Huebegg» und «Hosch ti» begründet.) Dieser Finanzierungsüber schuss repräsentiert «Cash», der für den angestrebten Schuldenabbau zur Verfügung stehen wird. Der Gemeinderat plant nicht etwa, alle Schulden zurückzuzahlen. Ziel ist, mittel fristig ein Nettovermögen von CHF 8 bis 10 Mio. ausweisen zu können. Langfristig sol len die ertragsbringenden Investitionen im Finanzvermögen von starken Zinsentwick
lungen geschützt und entsprechend nur in vertretbarem Mass verschuldet bleiben.
derat beabsichtigt, im Budget 2026 den Steuerfuss um 5% auf 48% zu erhöhen. Der ordentliche Steuerertrag von CHF 7,440 Mio. liegt damit CHF 0,660 Mio. über dem Vorjahresbudget. In der Investitionsrechnung Verwaltungs vermögen sind Nettoinvestitionen von CHF 1,401 Mio. geplant. Davon entfallen auf die gebührenfinanzierten Bereiche Wasser und Abwasser CHF 0,775 Mio. Im Finanzvermögen sind aufgrund der Realisierung Baufeld «Hoschti» keine Investitionen geplant. fiskalischen Mehrerträge erzielen können. Die Steuerkraft pro Einwohner von Gerolds wil bleibt tief und hat sich im Vergleich zum kantonalen Durchschnitt sogar verschlech tert. Gleichzeitig haben sich die laufenden Ausgaben, insbesondere in den Bereichen Gesundheit und Soziales, deutlich erhöht und übersteigen die erzielten Mehreinnah men. Dadurch wird der positive Effekt der neuen Erträge vollständig neutralisiert. Ein Schuldenabbau ist im Hinblick auf die zukünftigen Investitionen notwendig, um weiterhin ein positives Nettovermögen ausweisen zu können. Der Gemeinderat will die Reduktion der Schuldenlast im Hinblick auf den Finanzplan sofort angehen und nicht erst dann reagie ren, wenn nichts mehr geht. Ausserdem will der Gemeinderat die ertragsbringenden Investitionen im Finanzvermögen vor Zins schwankungen schützen und gleichzeitig für die Gemeinde einen vernünftigen finan ziellen Spielraum beibehalten.
Eckpunkte des Budgets 2026 Das Budget 2026 rechnet mit Aufwen dungen von CHF 34,404 Mio. und Erträgen von CHF 34,695 Mio. Der daraus resul tierende Ertragsüberschuss in der Höhe von CHF 0,205 Mio. wird dem Eigenkapi tal gutgeschrieben. Die Abschreibungen auf dem Verwaltungsvermögen betragen CHF 0,851 Mio. Im Liegenschaftenfonds «Huebegg» und «Hoschti» sind CHF 0,850 Mio. budgetiert. Der Steuerfuss wurde seit 2020 in zwei Stufen von 49% auf 43% gesenkt und blieb bis 2025 unverändert. Der Gemein Eigenkapitalentwicklung Zwar wird sich das Eigenkapital der Ge meinde im Jahr 2025 im Rahmen der Neu bewertung der Liegenschaften, die nicht unmittelbar für öffentliche Aufgaben der Gemeinde benötigt werden (sog. «Finanz vermögen»; ohne «Hoschti») etwas erholen. Der Gemeinderat erwartet allerdings im Jahr 2026 eine hohe Wertberichtigung von zwischen CHF 10 und 12 Mio. auf dem Ge bäude «Hoschti». Diese Wertberichtigung wird das Eigenkapital des allgemeinen Haus halts auf einen Betrag von unter CHF 10 Mio. drücken. (Die Mitberücksichtigung von Ei genkapitalanteilen der gebührenfinanzier ten Bereiche sowie der Renovationsfonds erscheint dem Gemeinderat hier unange bracht.) Zusammenfassung Ausser neuen Einnahmen aus den Überbau ungen «Huebegg» und «Hoschti» hat die Gemeinde über die letzten fünf Jahre keine
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